Lissabon - Zu Besuch in der Hauptstadt Portugals

~ Aufenthalt am 13. Mai 2010 ~



Die Hauptstadt Portugals besuchten wir im Mai 2010 im Rahmen einer Westeuropa-Kreuzfahrt (für den kompletten Reisebericht bitte hier klicken).

Wir hatten zwar nur einen Tag für die Erkundung dieser Stadt zur Verfügung, diesen nutzten wir jedoch ausgiebig und begaben uns zunächst mit dem Sightseeingbus auf Tour; anschließend spazierten wir noch auf eigene Faust durch das Baixa-Viertel und unternahmen außerdem eine abenteuerliche Fahrt mit der E28, der alten Eléctrico-Trambahn.

Heute erreichten wir das Highlight dieser Reise: Lissabon. Zumindest ich freute mich darauf am allermeisten, da mich die Hauptstadt Portugals schon sehr lange interessierte und ich schon mal mit dem Gedanken gespielt hatte, einen Kurztrip dorthin zu unternehmen.

Noch vor Sonnenaufgang um halb 7 Uhr stand ich auf und lugte aus dem Fenster. Dank eines fast wolkenlosen Himmels konnte ich vom Balkon aus einen traumhaften Sonnenaufgang miterleben. Gerade in dem Moment, als ich nach draußen trat, schob sich die Sonne ganz langsam hinter der bekannten Brücke Ponte 25 de Abril hervor. Der Anblick war einfach gigantisch. Diese riesige Kugel und die Umrisse der Brücke ... man kann es wirklich nicht beschreiben.

Bild Rund herum waren immer mal wieder kleine Fischerbötchen zu sehen, die mit Sicherheit schon seit Stunden hier auf den großen Fang warteten.

Obwohl es ziemlich frisch war und ich hundemüde, wollte ich den Platz hier nicht verlassen und nichts verpassen. Immer wieder zückte ich die Kamera. Schließlich waren über fünfzig Fotos allein vom Sonnenaufgang entstanden. ;-)

Ich genoss die Stille um mich herum, lediglich das Meeresrauschen war zu hören, und sah die Brücke immer näher kommen. Langsam wurde der Himmel blau, die Sonne schob sich immer weiter nach oben und die Brücke vor uns wurde immer größer und größer ... mit der Ruhe war es jetzt vorbei, höllischer Lärm strömte mir nun entgegen.

Die Ponte 25 de Abril ist eine 3,2 km lange Brücke mit einer 2.278 m langen Hängebrücke über den Tejo. Sie verbindet Lissabon mit dem Süden des Landes und ist weltweit die zweitlängste Hängebrücke mit kombiniertem Straßen- und Eisenbahnverkehr. Die sechsspurige Autobahn produziert heftigen Lärm, der sich von unten wie ein großer Bienenschwarm anhört. Der Anblick ist wirklich faszinierend, v. a. wenn man die zahlreichen winzig kleinen Autos und LKWs sieht, dazu einen Zug, der unterhalb hindurch rauscht und vielleicht noch ein Flugzeug, das über der Brücke hinweg fliegt.

Als unser Schiff hier hindurch fuhr, sah es wirklich ziemlich knapp aus. Ich duckte mich ganz automatisch ;-) und wartete auf ein lautes Krachen am Kamin. Aber natürlich passte die Costa Magica hier locker durch.

Wahnsinn! Irgendwie faszinierte mich das gerade total. Die Brücke ist so toll und einzigartig, gegenüber konnte man schon von Weitem die 28 m hohe Christus-Statue Cristo-Rei erkennen, welche auf einem 75 m hohen Sockel steht. Dieser befindet sich wiederum 113 m über dem Tejo. Die Statue stellt Christus mit geöffneten Armen dar, der sich der Ponte 25 de Abril und Lissabon zuwendet. Sie ähnelt der Christus-Statue aus Rio de Janeiro, Brasilien, ist aber 2 m kleiner.

Bild Auf dem Sockel war eine Plane angebracht mit dem Wort "Obrigado" und einem Bild des Papstes Benedikt XVI. Es wurde "Danke" gesagt für seinen Besuch hier in Lissabon vor zwei Tagen, als ein großer Kirchentag veranstaltet wurde. Überall in der Stadt konnte man noch die Plakate des Papstes sehen oder auch die Altäre, die noch an verschiedenen Plätzen aufgestellt waren. Zum Glück waren wir an diesem Tag nicht hier in der Stadt. Diesen ganzen Trubel hätte ich nicht gewollt, vermutlich wäre die Besichtigung Lissabons stark eingeschränkt gewesen. Nein, so war es heute schon um ein Vielfaches angenehmer.

Kurz nach 9 Uhr machten wir direkt hinter der Brücke am Hafen fest und nur eine halbe Stunde später gingen wir schon von Bord. Der Tag wollte gut ausgenutzt werden, denn Lissabon ist groß und ich wollte so viel wie möglich davon sehen.

Noch gestern Abend holten wir uns die Tickets für den Shuttlebus vom Hafen in die Stadt, Preis pro Person 7,- € für hin und zurück (Stand: Mai 2010). Doch als wir im Bus saßen, entdeckten wir, dass wir uns das Ticket hätten sparen können, denn direkt vorm Hafen befand sich eine Haltestelle des CitySightseeing-Busses, mit welchem wir heute sowieso wieder fahren wollten. Wenn wir das gewusst hätten ... Obwohl ich mir den Fahrplan des Busses schon zu Hause ausgedruckt hatte, konnte ich die Haltestelle dort nicht wirklich finden. Nun ja, was soll's. Ein wenig geärgert haben wir uns schon, aber man konnte es eh nicht mehr ändern. Beim nächsten Mal wissen wir's besser (und meine Leser können sich die 7,- € gleich sparen ;-).

Die Fahrt in die Stadt dauerte, denn mehrere Straßen waren gesperrt und zusätzlich standen wir im alltäglichen Berufsverkehr. ;-) Doch nach etwa einer halben Stunde kamen wir im Stadtteil Baixa an und wurden an der Praça do Rossio heraus gelassen.

In selbiger Straße befand sich die Haltestelle des CitySightseeing-Busses und wir kauften uns die Tickets für 13,50 € pro Person. Der Originalpreis beträgt für diese Route(n) 15,- € pro Person (Stand: Mai 2010), doch dadurch, dass wir schon in Málaga damit unterwegs waren und unser Ticket vorweisen konnten, erhielten wir hier einen kleinen Rabatt (Tipp: Die Tickets daher immer aufbewahren und mitnehmen!).

Bild Nach einer kurzen Wartezeit kam der Bus dann schließlich auch um die Ecke gebogen und wir stiegen ein. Juhuu, auch heute hatten wir wieder Glück, denn wir bekamen erneut die ersten Plätze ganz oben, noch dazu überdacht. Perfekt gegen den immer wieder kehrenden Regen heute.

Wir entschieden uns für die rote Route des Busses (insgesamt gibt es zwei Stück, eine rote und eine blaue, doch erschien uns die blaue als eher uninteressant), die uns zu den wichtigsten und interessantesten Gegenden der Stadt bringen sollte.

Lissabon ist die Hauptstadt und der Haupthafen von Portugal und liegt an einer Bucht der Mündung des Tejos. Im knapp 84 Quadratkilometer großen Stadtgebiet wohnen über 517.000 Menschen, aufgeteilt in vier verschiedene Bezirke und 53 Stadtgemeinden.

Besonders bekannt sind die Stadtteile Baixa, Bairro Alto und Alfama. Die Alfama ist der älteste Stadtteil mit engen Gassen und Kopfsteinpflaster. Das Bairro Alto ist die Oberstadt und hat zwei Gesichter. Tagsüber wirkt es eher ruhig und verlassen, doch ab dem Nachmittag, wenn die Geschäfte geöffnet haben, strömen die Menschen von allen Seiten in das Viertel. Vor allem für abends ist hier mit Lokalen gut gesorgt, das Bairro Alto ist das Ausgehviertel der Stadt. Die Baixa ist schließlich die schachbrettartig angelegte Unterstadt, in der früher bestimmte Handwerksbetriebe angesiedelt waren. Heute ist sie beliebtes Einkaufsviertel.

Von der Praça do Rossio ging es nun durch enge Straßen in Richtung Praça do Restauradores, einem innerstädtischen Platz mit einem Monument in der Mitte, umgeben von Gebäuden aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Darunter konnten wir den Palácio Foz, einen Palast aus dem 18. Jahrhundert erkennen, außerdem das Teatro Éden, ein ehemaliges Großkino. Ebenfalls hier zu finden ist das Hard Rock Café Lissabon, welches wir uns zwar ursprünglich gerne ansehen wollten, dann aber irgendwie nicht mehr geschafft hatten.

Wir erreichten die Avenida da Liberdade, eine Prachtstraße ganz im Stil der Champs-Elysées in Paris. Sie verbindet die nach dem Erdbeben von 1755 angelegte Unterstadt Baixa mit den höher gelegenen Stadtvierteln im Norden. Mir gefiel dieser Straßenzug richtig gut, da es wie eine kleine Allee aussah und alles so schön grün und leicht verwuchert war.

Bild Am Hauptplatz Marquês do Pombal angekommen, dem eigentlichen Ausgangspunkt der Sightseeingbusse, legten wir einen etwas längeren Stopp ein und nahmen weitere Gäste auf. Just in dem Augenblick fing es heftig zu Schütten an. Wahnsinn, was jetzt herunter kam. Wir waren froh über unseren geschützten Platz hier ganz vorne, selbst Regen von hinten hätte uns nicht wirklich erwischt. Es war zwar trotzdem schade, weil die Stadt von einer Sekunde auf die nächste plötzlich ziemlich trist wirkte und es auch rasch abkühlte. Aber es war ja nicht von langer Dauer.

Die Praça de Marquês do Pombal, von den Lissabonern auch gerne Rotunda genannt (Rundplatz), ist der Verbindungspunkt der Avenida da Liberdad und dem Parque Eduardo VII. In der Mitte befindet sich ein riesiges Monument von Marquês do Pombal mit einer Höhe von 36 m.

Weiter ging die Fahrt (der Regen wurde langsam weniger und hörte schließlich ganz auf) über die Praça Duque de Saldanha direkt zum Campo Pequeno, wo sich die Stierkampfarena der Stadt befindet. Diese sieht von außen ehrlich gesagt ziemlich eigenartig aus. 1892 wurde die Arena eröffnet und wirkt im neo-arabischen Baustil eher wie eine Moschee und ziemlich kitschig. In Ägypten gibt es sogar Hotels, die ähnlich märchenhaft aussehen. ;-) Über 10.000 Zuschauer finden hier Platz, die gesamte Arena ist überdacht.

Über das für uns uninteressante Museum Calouste Gulbenkian fuhren wir weiter vorbei am Einkaufszentrum Corte Inglés und erreichten den Parque Eduardo VII. Hier wehte eine riesige portugiesische Fahne, was mir ja immer ganz besonders gut gefällt.

Der Park mit einer Größe von 25,8 Hektar ist der größte innerstädtische Park Lissabons und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts eröffnet. Markenzeichen des Parks sind die zahlreichen symmetrisch angeordneten Hecken. In Gewächshäusern findet man zahlreiche exotische Pflanzen, auch ein Teich und ein Spielplatz sind hier vorhanden.

Die Gegend hier gefiel mir sehr gut und nachdem wir einige Fotos gemacht hatten ging es schon wieder weiter über die Amoreiras-Einkaufspassagen in Richtung Largo do Rato, dem Bahnhofsviertel und weiter zum Jardim da Estrela, einen schönen Park inmitten der Stadt, der sogar den Botanischen Garten in den Schatten zu stellen scheint.

Nun verließen wir wieder den Stadtkern und fuhren in Richtung Meer, in den Stadtteil Belém. Dort befanden sich zwei weitere Sehenswürdigkeiten, die ich so gerne einmal in Echt sehen wollte. Als erstes erreichten wir das Padrão dos Descobrimientos, das 52 m hohe Denkmal der Entdeckungen. Es wurde 1960 zum 500. Todestag von Heinrich dem Seefahrer errichtet und zeigt über dreißig Persönlichkeiten aus der Zeit der Entdeckungen, wie z. B. Vasco da Gama, der in dieser Stadt ja besonders verehrt wird.

Bild Weiter ging es nun zum Torre de Belém, eines der bekanntesten Gebäude der Stadt. Von 1515 bis 1521 wurde der 35 m hohe und viergeschossige Turm erbaut und galt zunächst als Schutz der Tejo-Einfahrt. Irgendwie wirkt dieser Turm hier fehl am Platze und wie ein kleiner Spielzeugturm. Von der obersten Plattform aus hat man aber einen schönen Blick über einen Teil der Stadt. Weil hier aber gleich mehrere Busse unterwegs waren, entschieden wir uns gegen eine Besichtigung und fuhren einfach wieder weiter. Trotzdem war ich happy, dass ich diesen Turm nun auch einmal gesehen hatte.

Über eine kleine Wohngegend ging es nun wieder zurück Richtung Altstadt und wir kamen am Mosteiro dos Jerónimus an. Hierbei handelt es sich um ein wunderschönes ehemaliges Hieronymos-Kloster, in welchem sich die Sarkophage von Vasco da Gama und Fernando Pessoa sowie verschiedener Könige befinden.

Nun fuhren wir entlang der Avenida da India, direkt auf den Straßenbahnschienen. Das war mal ein Bild! Wir konnten wieder unser Schiff entdecken und freuten uns, dass das Wetter nun wieder etwas besser geworden war und sich auch die Sonne blicken ließ.

Im Stadtteil Baixa angekommen und am Praça do Município und der Rua do Comércio vorbei, erreichten wir wieder unseren Ausgangspunkt und stiegen aus. Die Fahrt hatte uns richtig gut gefallen, wir hatten eine Menge gesehen und den gröbsten Regen völlig trocken überstanden. Das war mal wieder eine perfekte Planung!

Von hier aus wollten wir zu Fuß weiter und das Baixa-Viertel erkunden. Wir schlenderten eine breite Einkaufsstraße entlang und stießen dabei auf einen Musiker, der eine echt nette Idee hatte: Er spielte und sein kleines Hündchen saß mit einem Becher im Maul vor ihm. Sah das nett aus! Aber ob der Hund das wirklich so freiwillig machte? Obwohl wir sonst nie etwas geben, haben wir diesen Vorsatz heute gebrochen und ein paar Cent eingeworfen. Als Dank nickte der Hund. ;-) Nur kurze Zeit später sahen wir aber schon, dass die Idee wohl doch nicht so einzigartig war. Hier saß doch gleich noch einmal so ein Pärchen.

Bild Ein paar Meter weiter kamen wir zu einer weiteren bekannten Sehenswürdigkeit der Stadt, zum Elevador de Santa Justa. Der sechsstöckige, filigrane Fahrstuhl wurde im neugotisch-maurischen Stil erbaut und verbindet seit 1902 die Baixa mit dem Stadtteil Chiado. Er besteht aus einem 25 m langen Metallviadukt, knapp 32 m Höhenunterschied können damit überwunden werden. In eine Kabine passen ca. 25 Personen. Eigentlich wäre ich schon gerne dort hinauf, aber es standen unendlich viele Leute davor. Beim nächsten Mal vielleicht.

Weit kamen wir mit unserem Spaziergang nicht, denn nun entdeckten wir einen tollen Laden namens Casa Macário, voll von Portweinen und anderen Köstlichkeiten. Zwei Schaufenster waren quasi gesteckt voll mit den ältesten und teuersten, aber auch besten Portweinen Portugals. Wir konnten uralte entdecken, aber auch unsere Jahrgänge. Die Männer nahmen schließlich gleich mal eine kleine Weinprobe, ich nippte nur ein wenig und schwups waren zwei Flaschen gekauft. So ein Portwein hält sich ewig, ist aber auch richtig lecker. Und wir haben eine schöne Erinnerung an diese Reise.

Wer sich über einen Trip nach Lissabon informiert, wird relativ schnell von den sog. Eléctricos, den Trambahnen der Stadt, hören. Auch wir haben davon gehört und wollten unbedingt an einer Fahrt teilnehmen. Doch es war gar nicht so einfach, die Haltestelle dieser Trambahn zu finden. Es sollte schließlich nicht irgendeine sein, sondern die E28, welche zum einen durch die Altstadt Lissabons fährt und zum anderen eine der ältesten Trambahnen der Stadt ist.

Diese Straßenbahnen sind teilweise über 100 Jahre alt, wurden aber Ende des 20. Jahrhunderts technisch überholt. Wir erreichten die Haltestelle auf der Praça Martim Moniz und warteten ... und warteten ... und warteten. Nachdem die erste Bahn knallhart an uns vorbei fuhr, hielt wenigstens die zweite und wir stiegen ein. Die Fahrkarte konnten wir direkt beim Fahrer ziehen, Preis pro Person 1,40 € (Stand: Mai 2010). Damit konnten wir so weit fahren wie wir wollten.

Und schon ging es los. Die Trambahn füllte sich von Haltestelle zu Haltestelle und wir fuhren durch ganz enge Gassen, oft nur wenige Zentimeter an Hausmauern und Geschäften vorbei. Das war schon ein irrer Anblick. Wer hier aus den Geschäften tritt, sollte sich wirklich gaaanz langsam hinaus wagen, denn ein Schritt zu viel und schon ist man überfahren. Oft hätte auch ein Griff aus dem Fenster genügt, um sich beim Bäcker etwas zu holen. Ja, die Fahrt war echt toll. Überall knarzte und quietschte es, stellenweise fühlten wir uns wie in einem Wagen aus dem Freizeitpark. ;-) Fotos konnten hier nur schwer gemacht werden, denn was fotografieren, wenn man so knapp an den Häusern vorbei düst? Doch das störte mich nicht, ich genoss diese kleine Tour und freute mich, als wir schließlich wieder an der Rua do Comércio ausstiegen. Schön, dass wir diese Fahrt gemacht hatten.

Bild Jetzt aber meldeten sich langsam unsere Mägen zu Wort und wir machten uns auf die Suche nach einem netten Lokal. Diverse Speisekarten angesehen, fragten wir schließlich bei einem Kellner, ob es bei ihm die sog. "Alheira", eine mit Hühnerfleisch gefüllte Wurst, gebe. Diese stand in meinem Reiseführer als eine der Spezialitäten Portugals und das wollten wir probieren. Er bejahte und führte uns sogleich in das nur wenige Tische fassende Lokal. Doch ab jetzt war die Verständigung gar nicht mehr so einfach. Der Kellner verstand weder Englisch noch Deutsch, wir kein Portugiesisch ... wie ihm jetzt klar machen, was wir wollten? Wir versuchten es dennoch mit Englisch, mit Händen und Füßen und letztendlich mit Spanisch. Aaah - damit kamen wir ein Stückchen weiter. Wir alle lachten über die Schwierigkeiten der Verständigung. Obwohl wir Ewigkeiten dafür brauchen, war es doch lustig und eben einzigartig. Niemand war genervt ... irgendwann klappte es schon, wir hatten ja alle Zeit.

Herausgekommen war letztendlich, dass wir alle zusammen diese eine Wurst probieren wollten, jeder aber auch noch ein eigenes Gericht bestellte. Die Wurst war richtig lecker (obwohl ich die einzige von uns Vieren war, der sie geschmeckt hat ;-)), später gab es noch Fisch in allen Variationen. Hier gefiel es uns. Als Abschluss dieses verspäteten Mittagessens gab es noch einen Kaffee und ein Stück Kuchen. Der Kuchen war gut, aber eine riesige, pappige Portion. Danach waren wir echt satt.

Mit Handschlag voneinander verabschiedet ;-) spazierten wir eine knappe Stunde später wieder durch die Straßen der Stadt. Noch einmal marschierten wir zum Elevador de Santa Justa vor und auch die Praça do Comercio sahen wir uns noch einmal näher an.

Tja, und so hatten wir den Großteil der Stadt, oder zumindest die wichtigsten Dinge, auch schon wieder gesehen, wenn auch im Schnelldurchgang. Natürlich gibt es in Lissabon weitaus mehr zu sehen und zu erleben, man könnte hier sicher einige Tage verbringen, vor allem, wenn man sich für die verschiedenen Gebäude und Aussichtspunkte etwas mehr Zeit nimmt und sich vielleicht auch das ein oder andere Museum näher ansieht. Diese Zeit hatten wir heute leider nicht, aber mir hat die Stadt richtig gut gefallen und so hoffe ich, dass wir es irgendwann vielleicht erneut dorthin schaffen.

Nun ging es mit dem Shuttlebus wieder zum Schiff zurück, wo wir uns ein klein wenig erholten, bevor es auch schon wieder auf Deck 11 zum Ablegen ging. Natürlich wollten wir uns das nicht entgehen lassen, denn wir mussten ja wieder unter der Brücke hindurch. Heute Morgen hatte ich es vom Balkon aus beobachtet; jetzt wollte ich dem ganzen etwas näher kommen.

Kurz nach dem Ablegen drehte das Schiff eine große Runde und wir passierten die Brücke. Das sah schon beeindruckend aus. Man dachte echt, der Kamin würde jeden Moment ein Eck verlieren. In Wirklichkeit wird es gar nicht soo knapp sein.

Die Brücke wurde hinter uns immer kleiner und kleiner und es gab fantastische Fotomotive. Inzwischen war das Wetter wieder wunderbar sonnig mit blauem Himmel. Irgendwie sollte uns das die gesamte Reise über begleiten: Beim Ein- und Auslaufen wunderbarstes Wetter und zwischendurch Wolken und manchmal auch Regen.

Wir fuhren noch einmal direkt am Enteckerdenkmal Padrão dos Descobrimientos vorbei, auch am Torre de Belem. Von hier aus konnte ich noch einmal wunderschöne Fotos machen, bevor wir uns langsam von Lissabon verabschiedeten und uns auf den Weg ins Restaurant machten.

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Fotoalbum Lissabon