Palermo (Sizilien)

~ Aufenthalt am 3. Januar 2013 ~



Während unserer Silvester-Kreuzfahrt mit der Costa Pacifica zum Jahreswechsel 2012/2013 (für den kompletten Reisebericht bitte hier klicken) legten wir auch in Palermo auf Sizilien an.

2005 waren wir schon einmal hier. Heute spazierten wir ganz gemütlich und ohne großartigen Sightseeingstress durch die Stadt.

Der heutige Tag begann wieder relativ früh für uns. Schon um 8.30 Uhr liefen wir in den Hafen von Palermo ein; wir waren von Sardinien nach Sizilien gereist. Doch ganz so früh mussten wir heute nicht in die Stadt. Wir hatten sie 2005 schon mal im Rahmen einer Kreuzfahrt besucht und uns damals eine ganze Menge angesehen. Heute sollte es etwas ruhiger werden.

Von daher ging es erst einmal gemütlich zum Frühstücken und eine Stunde später vom Schiff. Wir hatten einen kleinen Stadtplan bekommen, der aber so unleserlich und ungenau war, dass wir schließlich aufs Handy auswichen. Das kommt davon, wenn man die Pläne inzwischen nur noch kopiert …

Gleich nach dem Hafengelände überquerten wir die Via Francesco Crispi und liefen unter lautem Getöse die Via Emmerico Amari entlang. Welch ein Straßenverkehr. Busse, Autos, hier Gehupe, dort eine Sirene … Doch genau das war mir auch noch von unserem letzten Besuch in Erinnerung - dass es unheimlich laut war und die Gehwege an den Hauptstraßen so eng, dass man selten nebeinander spazieren konnte.

Bild Es dauerte eine Weile, dann erreichten wir den Kursaal Biondo, ein Kino-Theater und anschließend das Teatro Politeama, welches ursprünglich als Ersatzbühne für das Teatro Massimo während seiner Renovierungsarbeiten Ende des 20. Jahrhunderts diente. Heute finden hier Ballettaufführungen und Konzerte statt.

Auf der Piazza Castelnuovo gegenüber des Theaters entdeckten wir einen riesigen und schön geschmückten Weihnachtsbaum, dahinter zahlreiche Palmen - welch ein Kontrast! Dahinter war noch eine kleine Steinbühne zu sehen; hier wird es im Sommer sicherlich das ein oder andere Freiluft-Konzert geben.

Abgebogen zur Piazza S. Oliva erreichten wir die Kirche San Francesco di Paolo, welche 1310 Oliva von Palermo geweiht wurde, einer Stadtheiligen.

Über die Via Volturno kamen wir schließlich direkt am Teatro Massimo heraus. Es wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und ist Italiens größtes und Europas drittgrößtes Opernhaus mit Platz für 3.200 Besucher. Die Treppenstufen waren mit tollen Blumenbouquets geschmückt, der Platz davor ist sehr weitläufig und eine kleine Oase inmitten der Stadt. Obwohl man den Straßenlärm immer noch hört, kann man sich hier zumindest mal etwas freier bewegen.

Nach einem kurzen Blick auf den interaktiven Stadtplan - wir hatten uns in den Gassen etwas verlaufen - spazierten wir schließlich die Via Maqueda entlang. Hier reihen sich einige interessante Läden aneinander, auch wir blieben hin und wieder mal stehen und schwups war eine schöne Tasche gekauft.

Bild Etwa in der Mitte der Via Maqueda erreichten wir den zentralen Platz der Alstadt, den Quattro Canti, wo sich die Hauptstraßen Maqueda und Corso Vittorio treffen. Die Barockpaläste an allen vier Ecken haben konkav geschwungene Fassaden und sind geschmückt mit Statuen und Brunnen, die die vier Jahreszeiten und die Schutzheiligen der alten Stadtviertel darstellen. Ein wirklich schöner Platz. Schade, dass hier so viel Verkehr ist, so kann man ihn gar nicht richtig genießen, wo er doch wirklich etwas besonderes ist.

… und wohl ziemlich verwirrend! Denn wir liefen eine gute Viertelstunde in die völlig falsche Richtung. Eigentlich wollten wir zur Kathedrale, doch sie tauchte einfach nicht auf. Wir sahen viele Kirchen und tolle Häuserfassaden - aber die Kathedrale war ja ein noch viel größerer Bau … Hm, ein Blick in den Stadtplan und siehe da … falsche Richtung. Also alles wieder zurück, erneut zum Quattro Canti und hier abgebogen in die Via Vittorio Emanuele, wo wir nach kurzer Zeit dann auch tatsächlich vor der Kathedrale von Palermo standen.

Sie ist das bedeutendste Kirchengebäude der Stadt. Der jetzige Bau wurde 1184 errichtet und im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut. Ende des 18. Jahrhunderts erhielt er eine Barockkuppel. Im Inneren befinden sich die Gräber von Heinrich VI. und Friedrich II. Während Toni sich draußen einen ruhigen Platz suchte, schaute ich in die Kathedrale hinein, drehte eine Runde und gemeinsam ging es schließlich wieder zurück in Richtung Hafen.

Wir liefen kreuz und quer durch die Gassen und stellten fest: Hier gibt es durchaus auch ruhige Ecken. Die Häuser waren hier ähnlich wie in Cagliari teilweise schon ziemlich verfallen und als wir die Stromleitungen entdeckten, konnten wir es kaum glauben. Das sah ja aus wie in Asien! Aber scheinbar funktioniert es so auch. Warum nur wird bei uns in Deutschland immer so sehr darauf geachtet, alle Kabel in irgendwelchen Schächten zu verstecken? ;-) Das war uns ein Foto wert - ein Städter sah uns nur mit großen Augen an. Vermutlich mit den Gedanken: Hä? Was haben die denn da jetzt fotografiert, was ist denn das jetzt besonderes …?! ;-) Hier hinten wirkte Palermo ganz anders auf uns. Viel angenehmer, italienischer, friedlicher. Interessant, dass die Eindrücke so unterschiedlich sein können.

Inzwischen war es schon wieder 13 Uhr und wir kehrten zum Schiff zurück, in einer Stunde war schon wieder Abfahrt.

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Fotoalbum Palermo