- Ausflug am 14. April 2005 -
Die vulkanische Insel Lanzarote besuchten wir im April 2005 im Rahmen einer Kanaren-Kreuzfahrt mit der AIDAblu (für den kompletten Reisebericht bitte hier klicken).
Da uns nur ein Tag für die Erkundung dieser Insel zur Verfügung stand, schlossen wir uns einem Halbtagesausflug von AIDA an und düsten einmal quer über die Insel. Dabei lernten wir wunderbare Aussichtspunkte, kleine Albinokrebse und nette kleine Städtchen kennen.
Reisebericht zu Lanzarote a. d. Kreuzfahrtbericht
Donnerstag, den 14. April 2005:
Gut gestärkt, jedoch noch ein bisschen müde, begeben wir uns nach dem Frühstück zum Treffpunkt für unseren heutigen Halbtagesausflug: "Jameos del Agua & Mirador del Río." Auf dem Weg zu unserem ersten Stopp erfahren wir von der Reiseleiterin viel Wissenswertes über die Insel und über ihren wohl bekanntesten - leider schon verstorbenen - Einwohner César Manrique. Dieser hat hier einige Jahre gelebt und die Insel in jeglicher Hinsicht unterstützt wie auch geprägt. Viele Aussichtspunkte oder auch Einrichtungen wurden von ihm konstruiert und verschönert.
In Teguise angekommen, steigen wir aus, und schlendern gemütlich durch den Ort. Es handelt sich hierbei um die zweitälteste spanische Siedlung der Kanaren, welche um 1414 entstand und inzwischen vollkommen unter Denkmalschutz steht. Jetzt, um kurz nach halb 9 Uhr, ist noch nicht viel los; selbst die Einheimischen scheinen noch in ihren Häusern zu stecken. Immer wieder kommen wir an herrlichen kleinen typisch lanzarotischen Häusern vorbei. Weiß - und nur ein Stockwerk hoch.
Besonders schön ist auch der Turm der Kirche San Miguel auf der Plaza de la Constitución, welcher hoch über das Dorf ragt und aus rotem Vulkanstein erbaut ist. Wir besuchen den Palacio del Marquéz de Herrera y Rojas und gelangen in einen schön angelegten Innenhof mit vielen Blumen und schöner Dekoration. Im vorderen Teil des Gebäudes befinden sich prunkvolle Herrschaftsräume, die bis ins kleinste Detail ausgestattet sind und schon fast ein kleines Museum darstellen.
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Nach einer halben Stunde machen wir uns schließlich wieder auf den Weg und fahren weiter ins Inselinnere zum Aussichtspunkt Haría. Das zweitschönste Dorf der Insel liegt inmitten des weiten "Tals der 1000 Palmen" mit seinen unglaublich akkurat angelegten Lapilli-Feldern, auf denen Kartoffeln, Kohl und Linsen gedeihen. Die Einwohner hier sind sehr stolz auf die Bezeichnung ihres Tals, befinden sich hier doch weit mehr als 1000 Dattelpalmen. Die Datteln werden jedoch aufgrund des milden Klimas nicht reif und können lediglich als Viehfutter genutzt werden.
Wir fahren ein wenig die Hügel hinauf und gelangen schließlich zu einem Aussichtspunkt, von wo aus man einen wunderschönen Blick hinunter auf das Tal hat. Und wirklich: Wo man auf anderen Inseln der Kanaren kilometerweit nur Bananenplantagen erblickte, sieht man hier nichts außer großartigen Palmen - und natürlich das Meer im Hintergrund.
Als nächstes steht der von César Manrique gestaltete Mirador del Río auf dem Plan. Wir erhalten von unserem Reiseleiter die erforderlichen Eintrittskarten (4,70 € pro Person werden hier verlangt!!) und marschieren durch den engen Kassenbereich entlang eines gewundenen Weges vorbei an tropfenden Wasserfiltersteinen und herunterhängenden Farnen in einen großen, weiß gekalkten Raum. 1974 ließ der Künstler hier eine moderne Cafetería bauen; mit einem riesigen Panoramafenster, welches bei gutem Wetter eine Totalansicht der Nachbarinsel La Graciosa bietet. Die Cafetería an sich ist etwas schlicht gehalten. An einer langen Bartheke kann man sich Snacks und Getränke holen und es sich dann auf den unzähligen Stühlen oder Polsterbänken bequem machen. Etwas abseits führt eine steile Wendeltreppe in den zweiten Stock, wo man Postkarten, Bücher und sonstiges Souvenir erwerben kann. Natürlich hol' auch ich mir die ein oder andere Postkarte für mein Fotoalbum. ;-)
Trotz des recht heftigen Windes hier oben (wir sind auf 475 m) wagen wir uns auf die äußere Plattform, spazieren die engen und verwinkelten Wege entlang und haben eine wunderschöne Sicht auf die Steilküste und auf La Graciosa mit ihrer Stadt Caleto del Sebo und vielen kleineren Erhebungen; Vulkane mit trichterförmigen Öffnungen. Obwohl es etwas wolkenverhangen ist, können wir die Insel in ihrer ganzen Pracht bestaunen.
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Später erfahren wir von der Reiseleiterin sehr viel Interessantes über die 28 km² große Insel La Graciosa, die trotz der vielen Einschränkungen dennoch ein kleines Miniarchipel ist. So darf z. B. nur im Süden dieser Insel gebaut werden - eben direkt in Caleto del Sebo. Alles darüber hinaus ist verboten, denn der Rest der Insel steht mehr oder weniger unter Naturschutz; zumindest strebt dies das ferne Madrid an. Wer die Insel von Lanzarote aus besuchen möchte, muss dies ohne Mietwagen tun. Autos dürfen nämlich nicht mit hierher genommen werden. Zum einen gibt es keine einzige ausgebaute Straße und zum anderen befinden sich auf der Insel bereits 60 Autos der Einheimischen. Lt. Bürgermeisterin eine reine Image-Sache. Denn selbst zum 50 m entfernten Bäcker wird hier mit dem Auto gefahren. ;-) Und fast jeder Einwohner nutzt das Auto noch zu Touristenzwecken. Nirgendwo sonst kostet eine Rundfahrt auf der Insel so viel wie hier ...
Als wir so auf die Insel blicken, möchten wir gar nicht glauben, dass es so viel dort gibt. Aber tatsächlich ist hier alles vorhanden, was zu einem normalen Leben dazu gehört: Postamt, Telefonzellen, eine Minibank, Bäcker, Metzger, Apotheke, Klinik und vieles mehr. Schon erstaunlich.
Unterhalb des Mirador liegen noch die schwer zugänglichen Steilwände des Risco de Famara sowie die Salinas del Río; rosa gefärbte Becken.
Nach einer Tasse Kaffee machen wir uns schließlich auf den Weg Richtung Guatiza und legen bei den Kakteengärten eine kleine Pause ein. Diese werden von einer typisch lanzarotischen Windmühle überragt, was besonders schön aussieht. Für den Besuch haben wir leider keine Zeit, dafür zeigt uns der Reiseleiter eine Handvoll Läuse, die sich auf den Kakteen befinden und deren roter Saft als Färbemittel für z. B. Lippenstift und Campari verwendet wird. Wenn man das so sieht, überlegt man sich gleich zwei Mal, ob man sich am Abend den Lippenstift anlegt oder nicht ... ;-)
Rund 2 km von Punta Mujeres entfernt liegen die von César Manrique gestalteten Höhlen Jameos del Augua. Das 1966 eröffnete Grottensystem ist die meistbesuchteste Touristenattraktion der Insel, in erster Linie schon deshalb, weil man sich hier stundenlang aufhalten kann und sehr viele Informationen erhält.
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Wir durchqueren den Eingangsbereich und gelangen in eine geräumige Grotte, die zu einem Bar-Restaurant mit einer Tanzfläche umgestaltet wurde. Doch keineswegs kitschig oder unpassend. Der Künstler hat diese Fläche so schön gestaltet, dass man fast meint, es wäre schon immer so gewesen. Steile Treppen führen hinunter, links und rechts von großartigen Pflanzen und Farnen umgeben. Wir schlendern die kleinen verwinkelten Gänge entlang, gucken in die totale Finsternis und als wir uns umdrehen, können wir einen kleinen Salzwasser-See erkennen. Sieht man genauer hin, kann man auf den Steinen die blinden, unter Artenschutz stehenden, Albinokrebse erkennen. Wie die Tiere aus den Tiefen des Ozeans hierher gefunden haben, weiß niemand. Geschätzt wird, dass es durch ein Seebeben geschehen ist. Heute sind zumindest Tausende von ihnen in dieser kleinen Höhle.
Den kleinen engen Gang neben dem See folgend, gelangen wir in einen weiteren Teil der Höhle und schließlich in einen netten Garten, wo sich unter Palmen ein kleines Schwimmbecken befindet. Allerdings ist dies nicht mehr intakt. In einem unterirdischen Saal befindet sich ein Auditorium, in dem 500 Personen Platz finden und regelmäßig Klassik- oder Popkonzerte von Weltrang stattfinden.
Wir gehen weiter und gelangen in das Museum Casa de los Volcanes, in dem wir uns über die verschiedenen Vulkane und ihre Ausbrüche informieren. An den Leinwänden werden Ausbrüche längst vergangener Zeiten gezeigt oder welche rekonstruiert. Anhand von Fotos wird den Besuchern die Pflanzenvielfalt Lanzarotes näher gebracht.
Nach gut zweieinhalb Stunden Aufenthalt geht's nun wieder zum Schiff zurück - langsam stellt sich der Hunger ein. Im Bus gehe ich noch einmal die von uns besuchten Orte im Reiseführer durch und freue mich, dass wir ein paar der interessantesten Gegenden gesehen haben. :-))
Am Mittagsbüffet bedienen wir uns wieder reichlich und bleiben ausnahmsweise mal etwas länger sitzen - schließlich haben wir den ganzen Nachmittag "frei". Wir unternehmen u. a. einen kleinen Spaziergang am Hafen von Arrecife, wo wir fast alleine unterwegs sind. Hier ist nicht viel los und der Hafen nicht besonders ansprechend gestaltet. Also begeben wir uns wieder auf die AIDA und genießen die Atmosphäre bei Kaffee & Eis, gehen in den schiffseigenen Läden bummeln und lesen im Reiseführer für den nächsten Tag. Eben einfach mal die Seele baumeln lassen ...
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