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- Städtetrip vom 11. bis 13. Juni 2005 -

Hamburg – das Tor zur Welt, die Schöne, das Hoch im Norden, die junge Wilde. So vieles verbindet man mit der Hansestadt, die mit ihren wunderschönen Gebäuden und Stadtteilen sowie dem beeindruckenden Hafen zu den schönsten Städten Deutschlands zählt.

Schon lange stand Hamburg auf meiner Liste der noch "unbedingt zu besuchenden Städte"; bereits als Kind wollte ich immer einmal dorthin. Damals jedoch in erster Linie wegen der vielen Musicals, die dort aufgeführt werden. Zudem aber hatten wir immer eine Menge über die Nordlichter gehört und herrliche Fotos vom Hafen gesehen – die Stadt übte schon immer einen gewissen Reiz auf mich aus.

Irgendwann im Herbst des vergangenen Jahres sprachen uns schließlich Freunde auf Hamburg an und ob wir nicht einmal einen gemeinsamen Kurztrip dorthin unternehmen wollten. Von der Idee begeistert, suchten wir sogleich nach günstigen Flügen und ergatterten bereits nach wenigen Tagen ein unschlagbares Angebot, über welches ich heute noch staune. So macht Reisen Spaß.

Die Tickets in der Tasche, hatten wir den bevorstehenden Kurztrip immer im Hinterkopf und freuten uns total darauf. Knapp einen Monat vorher legte ich mir dann noch einen Reiseführer zu und informierte mich ausgiebig über die unzähligen Sehenswürdigkeiten. Touren hab’ ich jedoch nicht geplant; das wollten wir alles erst vor Ort und v. a. auch gemeinsam entscheiden.

Mitte Juni war es dann schließlich soweit; der Kurztrip stand vor der Tür. Ein tragischer Todesfall in der Familie überschattete jedoch diese Reise und anfangs wollte ich schon gar nicht mehr fliegen. Aber letzten Endes entschieden wir uns doch dafür; in der Hoffnung, dadurch ein wenig Ablenkung zu finden und Abstand zu gewinnen. Gott sei Dank ist uns das auch ein klein wenig gelungen.

1. Tag: Anreise - Stadtrundfahrt - Lichterfahrt


Samstag um 2 Uhr nachts. Während andere sich um diese Zeit noch auf Partys herumtreiben oder gerade nach Hause kommen, heißt es für uns schon wieder: raus aus den Federn!! Um 3 Uhr müssen wir am Treffpunkt sein, wo Sabine und Alfons uns schließlich abholen. Und wir alle fragen uns: Wer hatte bloß die Idee mit dem frühen Flug??

Bevor wir jedoch in den Flieger steigen, müssen wir erst einmal eine etwas längere Strecke zurücklegen, denn unser Flug geht dieses Mal ausnahmsweise mal nicht von München, sondern von Stuttgart, ab. Gott sei Dank ist nicht viel los auf den Straßen, so dass wir auch schon nach knapp zwei Stunden am Flughafen ankommen. Etwas verwirrend sind die unzähligen Parkhäuser, denn alle liegen in einer anderen Preisklasse und natürlich wollen wir nicht gerade ins teuerste fahren. Doch endlich werden wir fündig; wir stellen das Auto ab und machen uns auf den Weg zum Terminal. Irgendwie ist der Stuttgarter Flughafen schon sehr verwinkelt ...

Nach dem Einchecken nutzen wir die Wartezeit für ein kleines Frühstück in einem der kleinen Cafés und werden so langsam wach. Die Spannung auf Hamburg steigt.

Um 7 Uhr hat das Warten endlich ein Ende. Ein Zubringerbus fährt uns auf’s Rollfeld zur Maschine der germanwings. Wir steigen ein, staunen schon über die komische Sitzplatzbezeichnung (Plätze 44 bis 47, keine Reihe) und wundern uns, dass so eine Nummerierung hier gar nicht existiert ...?! Eine Stewardess informiert und schließlich darüber, dass bei ihnen freie Sitzplatzwahl herrscht. Ah!! Das muss einem doch gesagt werden. <grins> Wir suchen uns einen Platz in der Mitte des Flugzeugs und ergattern sogar meinen Lieblingsplatz am Flügel. ;-)

Die Maschine selbst ist in Ordnung. Die ursprüngliche Lufthansa-Maschine ist schon etwas älteren Semesters, was man v. a. an den Ledersitzen und den Bordcomputern erkennt. Doch das macht uns nichts aus; sie wird uns trotzdem sicher ans Ziel bringen.

Nach knapp einer Stunde Flugzeit kommen wir am Flughafen Hamburg an. Wir steigen in einen der Shuttle-Busse, der uns schließlich zum rund 10 km entfernten Hauptbahnhof bringt. Von hier aus machen wir uns zu Fuß auf den Weg ins Hotel. Lt. Beschreibung soll dieses sozusagen "gleich um die Ecke" liegen, was auch zutrifft: Nur einmal kurz um die Ecke gebogen und ein paar hundert Meter gelaufen, stehen wir schließlich vor unserem 4-Sterne-Hotel "Best Western St. Raphael".

Wir checken ein, können jedoch noch nicht ins Zimmer, weshalb wir unsere Koffer erst einmal in einem kleinen Kämmerchen abstellen. Noch schnell das Nötigste herausgeholt, geht es auch schon los in die Innenstadt. Das Wetter spielt allerdings nicht ganz so mit wie erhofft; es regnet sehr stark. Schade. So entscheiden wir uns – und auch, weil uns langsam der Hunger plagt – dafür, beim McDonalds einzukehren und eine Kleinigkeit zu uns zu nehmen. Es ist ja schließlich erst 9 Uhr.

Eine halbe Stunde später geht’s wieder weiter und wir informieren uns bei der Touristeninformation im Hauptbahnhof über div. Hafenrundfahrten und Sightseeing-Busse und kaufen uns gleich einmal die Hamburg Card. Mit dieser Karte können wir zu Viert alle drei Tage mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und erhalten zudem auf manche Museen und Sehenswürdigkeiten noch kräftig Ermäßigungen. Deshalb: Wer in einer kleinen Gruppe reist, sollte sich auf jeden Fall diese Karte zulegen!!

Direkt vor dem Bahnhofsgelände stehen auch schon div. Sightseeing-Busse und die Wahl fällt schwer: Wer ist wohl der Beste? Wir entscheiden uns für den ersten und die netteren Busfahrer. In bekannter hamburgerischen Manier überreden sie uns langsam aber sicher, doch mit ihnen zu fahren. Zudem kommt schon der nächste Regenschauer, weshalb wir uns schnell in den Bus flüchten ...

Das Wetter in Hamburg spielt an diesem Wochenende total verrückt. Es soll so kommen, dass alle drei Tage heftigstes April-Wetter herrscht: Zunächst fünf Minuten kräftiger Regenschauer mit Weltuntergangsstimmung, zwei Minuten später Sonnenschein und strahlend blauer Himmel; so als wär’ nix gewesen. Verrückt!! Doch wir gewöhnen uns schließlich daran und irgendwie hat das auch was ... zumindest für die Fotos sind es tolle Stimmungsbilder.

Rund eineinhalb Stunden dauert die Stadtrundfahrt, auf der uns ein echter Hamburger auf lustige Art und Weise über die Stadt und seine Bewohner erzählt. Besonders Dieter Bohlen, der ja direkt in der Nähe wohnt, hat es ihm angetan. ;-)

Trotz des verrückten Wetters sehen wir eine ganze Menge von der Stadt und nun wissen wir auch, was uns die nächsten Tage noch so alles erwartet und was wir uns unbedingt noch genauer ansehen müssen. Beeindruckt bin ich vom Villenviertel Hamburgs, direkt an der Alster. Hier reihen sich prunkvolle Bauten aneinander und der Reiseleiter weiß genauestens Bescheid über die Bewohner. Immer wieder kommen wir an Häusern von Prominenten vorbei und da ich mich doch ein wenig für die High Society interessiere, bin ich bei der Erklärung der Villen besonders aufmerksam. ;-) Interessant sind auch die Botschaften, die natürlich ebenfalls in Villen untergebracht sind, manche stehen leer. Rund um die amerikanische Botschaft herrscht höchste Sicherheitsstufe. Hier wurde sogar eine Straße für immer gesperrt; aus Angst vor Anschlägen.

Unser weiterer Weg führt uns vorbei an herrlichen und v. a. teuren Hotelbauten, u. a. auch am Kempinski Hotel Atlantic; bekannt durch den James-Bond-Film "Der Morgen stirbt nie". Pierce Brosnan kletterte hier schon die Wandmauer entlang!! ;-) Die schneeweiße Fassade – bekrönt von einer Weltkugel – hebt sich prächtig gegen das Blau der Alster ab.

Unser nächster Stop ist an der Michaeliskirche, besser bekannt unter "Michel", die schönste Barockkirche Norddeutschlands. Leider hat es gerade wieder ziemlich zu Regnen angefangen, so dass man keine wirklich schönen Fotos machen kann und wir uns sofort ins Innere der Kirche flüchten. Dort bin ich etwas erstaunt über die Architektur. Eigentlich hatte ich ja mit einer ganz normalen evangelischen Kirche gerechnet, doch es erwartet uns ein sehr moderner Bau, der eher einem kleinen Schloss gleicht. Alles ist in weiß und gold gehalten und wirkt sehr edel. Die Kirche hat auch eine überaus bewegende Geschichte: Schon mehrere Brände und Zerstörungen erlebt, ist es schon erstaunlich, dass sie immer wieder neu aufgebaut und renoviert wurde und man den Glauben an diese Kirche nie verloren hat.

Da wie gesagt das Wetter nicht besonders ist, entscheiden wir uns, den Aufstieg auf die Aussichtsplattform auf später zu verlegen. Wir sind ja noch ne Weile hier und werden bestimmt noch die Gelegenheit dazu bekommen.

Nach gut zwanzig Minuten geht die Fahrt wieder weiter und wir gelangen zur Reeperbahn, den meisten vielleicht besser bekannt unter "Kiez". Auch dieses Viertel interessiert mich ungemein; ist es schließlich nicht umsonst eines der Markenzeichen der Stadt. Wir fahren durch enge Gassen, vorbei an der Großen Freiheit Nr. 7 und vorbei am St. Pauli Theater. Zur Tageszeit wirkt alles jedoch ganz anders, als man es eigentlich kennt. Hierher müssen wir auf jeden Fall noch einmal wieder kommen – aber dann nachts, wenn alles schön beleuchtet ist und das Leben hier erst so richtig beginnt.

Vorbei an vielen weiteren Kirchen, Plätzen und Sehenswürdigkeiten geht es schließlich zum letzten Stop: der Hafen. Hier haben wir nochmals gut zwanzig Minuten Zeit, um uns ein wenig die Füße zu vertreten und einen kleinen Spaziergang zu machen. Besonders einladend wirken die Landungsbrücken, an denen wir auch herausgelassen werden. Hier spürt man richtig das hamburgische Flair und beim Blick hinaus auf den Hafen vergesse ich für einen kurzen Moment alles um mich herum und staune einfach nur ... Hier könnte ich stundenlang stehen.

Nun geht’s aber wieder langsam zurück zum Ausgangspunkt; einen groben Überblick über die Stadt haben wir nun erhalten, jetzt heißt es: auf eigene Faust alles näher erkunden.

Das Wetter spielt nun endlich wieder mit und wir schlendern unter Sonnenstrahlen vor bis zur Fußgängerzone. Hier treffen wir zum ersten Mal auf die Hummel-Figuren, die erst einen Monat vor unserem Besuch in der gesamten Stadt aufgestellt wurden. Sie sind eines der Wahrzeichen Hamburgs und stellen jeweils den Wasserträger Johann Wilhelm Bentz dar.

Besagter Hamburger arbeitete im 19. Jahrhundert als Wasserträger und galt als ein sehr grimmiger Zeitgenosse. Deshalb neckten ihn auch die Kinder der Neustadt, indem sie ihm den Spottnamen "Hummel, Hummel" zuriefen. Da der Gepeinigte allerdings aufgrund der beiden Eimer voll mit Wasser nicht greifen konnte, konterte er lediglich mit einem deftigen "Mors, Mors", was aus dem plattdeutschen übersetzt "Hintern" bedeutet.

Über 100 über-lebensgroße Hummel-Figuren zieren die Stadt. Viele Künstler, wie u. a. auch Jette Joop, schufen aus diesen Figuren ein farbenfrohes Kunstwerk, die die Stadt beleben. In nur allen erdenklichen Farben tauchen sie in allen Ecken der Innenstadt auf; manchmal sogar mehrere in einer Reihe, was besonders schön aussieht.

Wir spazieren die Shopping-Meile entlang bis vor zum Rathausplatz und drehen schließlich wieder um. Auf dem Rückweg stoßen wir auf eine große Markthalle und da sich inzwischen erneut der Hunger einstellt, gucken wir einfach mal rein. Uns erwartet eine riesige Halle mit allen erdenklichen Spezialitäten. Sogar ein Maggi-Kochstudio gibt es hier, was mich ganz besonders interessiert. Es wird sofort näher in Augenschein genommen und wir staunen nicht schlecht: An einer Wand reihen sich alle im Handel erhältlichen Maggi-Fix-Packungen aneinander, es gibt sog. Sonderpackungen und interessante Utensilien für die Kochstunde im privaten Heim. Natürlich kann man auch das ein oder andere probieren, aber das können wir uns auch zu Hause kaufen ... ;-)

Nach langem Überlegen, auf was wir denn eigentlich Hunger haben, entscheiden wir uns schließlich jeweils für einen großen Fisch-Teller. Darauf sind mehrere Fischspezialitäten zu finden, wie Tintenfischringe, Krabben und vieles mehr. Lecker! Schade, dass es so eine Markthalle bei uns nirgends gibt ...

Wir schlagen uns den Bauch voll und machen uns anschließend auf den Weg zurück zum Hotel. Es ist bereits Nachmittag geworden und nun brauchen wir eine kurze Pause. Immerhin sind wir schon seit gut 13 Stunden auf den Beinen ...

Als wir die Markthalle verlassen, wundern wir uns schon, warum es hier so laut ist und uns so viele homosexuelle Pärchen entgegen kommen; bis wir feststellen, dass wir uns inmitten des Christopher Street Days befinden. Wir sehen ein paar Wägen und mischen uns einfach mal unter die Menschenmassen. Ich freue mich, dass ich auch so eine Veranstaltung mal live miterleben kann. :-)

Nachdem der letzte Wagen an uns vorbei gefahren ist, schlängeln wir uns langsam durch die Menge hindurch zum Hotel. Gar nicht so einfach, bei so vielen Leuten! Viele top gestylte Männer in den herrlichsten Kostümen kommen uns entgegen, manche befinden sich gerade inmitten einer kleinen Fotosession. Denn Kameras sieht man hier ohne Ende. Die meisten der Besucher sind wohl nur "zum gucken" gekommen ... ;-)

Endlich am Hotel angekommen, holen wir unsere Koffer aus dem Kämmerchen und machen uns auf ins Zimmer. Wir sind positiv überrascht: Toni und ich erhalten die sog. "Junior-Suite", also ein besseres und v. a. auch größeres Zimmer. :-) Die Freude ist groß. Wir legen uns ein bisschen hin und schlafen auch gleich ein ... So eine Stadtbesichtigung kann ganz schön anstrengend sein ...

Gegen 17 Uhr treffen wir Vier uns schließlich wieder an der Rezeption. Frisch ausgeruht und gestärkt für einen langen Abend spazieren wir vor zum Hauptbahnhof und fahren mit der U-Bahn zum Rödingsmarkt. Von dort aus haben wir noch rund zehn Gehminuten zur St. Michaeliskirche. Da sich das schlechte Wetter für den heutigen Tag nun endgültig verabschiedet hat, wollen wir auf die Aussichtsplattforum des 132,14 m hohen Michel. Um 3 € erleichtert, können wir auch gleich mit dem Aufzug hochfahren. Natürlich kann man die Plattform (übrigens nur auf 82,54 m Höhe) auch über Treppen erreichen. Doch 449 Stufen sind uns eindeutig zu viel; v. a. weil es draußen sehr frisch ist und wir nicht verschwitzt oben ankommen wollen. Oben erwartet uns auch ein ziemlich heftiger Wind, aber auch eine wunderschöne Aussicht. Von hier aus kann man wirklich die gesamte Stadt überblicken. Wir erkennen die div. Kirchen, das Theater von „König der Löwen“ und natürlich den wundervollen Hafen. Herrlich!! Die 3 € haben sich auf jeden Fall gelohnt.

Am Kirchplatz findet heute ein kleines katholisches Kirchenfest statt, dem wir allerdings nicht beiwohnen. Es sieht nicht sonderlich spektakulär aus. ;-) Wir schlendern lieber weiter durch ein Wohnviertel vor bis zum Hafen und spazieren dort die gesamte Hafenpromenade entlang. Es ist wunderschön dort!!

Als erstes entdecken wir die beiden Museums-Schiffe "Rickmer Rickmers" und "Cap San Diego". Die Dreimastbark "Rickmer Rickmers" wurde 1896 gebaut und ist eines der letzten Großsegler. Hier gibt es ein superleckeres Fischrestaurants, welches wir selber jedoch nicht ausprobiert haben. Allerdings wurde es uns schon von mehreren Seiten empfohlen. An der Überseebrücke steht das 1962 erbaute Museumsschiff Cap San Diego, der einzig erhaltene Stückgutfrachter aus den Tagen vor dem Containerzeitalter. In diesem Schiff finden das ganze Jahr über div. Wechselausstellungen statt und natürlich gibt es auch ein kleines Lokal. Aber auch das schenken wir uns; die Ausstellung spricht uns nicht sonderlich an und der Eintritt ist viel zu hoch.

Fasziniert bin ich vom roten Feuerschiff, ein nach alter Tradition in Nietenbauweise errichtetes Schiff mit viel maritimen Equipment; drumherum sind einige echte Marinenschiffe zu sehen. Natürlich alle extra nur für Ausstellungszwecke restauriert.

Wir schlendern weiter und gelangen zu einer prunkvollen Yacht, die gerade eben fertig gestellt wird. Hier fehlt noch der letzte Schliff – dann ist sie startklar. Wenn wir doch bloß das nötige Kleingeld hätten ... denn schön ist sie ja schon. ;-) Ein paar Meter weiter stoßen wir noch auf einen restaurierten Mississippidampfer. Mit diesem kann man u. a. eine kleine Hafenrundfahrt machen, doch das ist erst für abends geplant.

Am Hafen halten wir uns sehr lange auf. Ich könnte hier stundenlang einfach nur sitzen und den Schiffen und Leuten zusehen. Auch die Luft tut mir hier unheimlich gut – und man spürt doch ein klein wenig die endlose Freiheit ... :-)

Doch irgendwann heißt es wieder: wir müssen weiter – und so spazieren wir entlang der Hafenmauer in Richtung der Landungsbrücken. Den Beinamen "Tor zur Welt" verdankt Hamburg u. a. auch diesen Landungsbrücken. Mit der Sloman-Reederei oder der HAPAG-Linie verließen hier Millionen Menschen ihre europäische Heimat. Die Landungsbrücken wurden 1839 als Anlegeplatz für die großen Dampfer errichtet. 1953 bis 1955 gestaltete man die 688 m lange Pontonanlage neu. Im Mittelpunkt der Brücken steht das 200 m lange Empfangsgebäude, welches 1907 bis 1909 nach Entwürfen der Baudeputation für den Nordsee- und Bäderverkehr gebaut wurde. Zwei Ecktürme und zwei Kuppeln krönen das Gebäude aus Tuffstein. Bis 1991 legten hier Fährschiffe nach Großbritannien ab. Seitdem gehen von den Landungsbrücken nur noch Hafenrundfahrten ab. Ein besonderes Highlight sind natürlich die großen Luxusliner, die das ganze Jahr über hier anlegen. V. a. der Besuch der Queen Mary 2 ist jedes Mal ein ganz besonderes Ereignis, aus welchem schon fast ein kleines Stadtfest wird. Hier werden mehrerer Sonder-Hafenrundfahrten angeboten, um die Queen Mary 2 von allen Seiten betrachten zu können. Eine Stadt im Ausnahmezustand!!

Wir gehen weiter und gelangen zum Fischmarkt, wo sich heute aber noch nichts tut. Hier ist erst morgen ab 5 Uhr Früh die Hölle los, noch ist es schön still. Nach ein paar Minuten gelangen wir an einen richtig schönen Platz mit verwinkelten Gassen und netten Skulpturen und da wir langsam Hunger bekommen, entscheiden wir uns, hier zu speisen. Nachdem wir fast alle Karten der Lokale genauer studiert haben, gehen wir in das Markt-Restaurant. Hier erwartet uns ein wirklich typisch-hamburgisches Lokal mit wunderschöner Einrichtung und einem sehr liebenswerten Kellner. Er fängt sofort ein Gespräch mit uns an, freut sich richtig, Bayern zu sehen (grins) und erklärt uns die div. Fisch-Teller. Als Laie kann man ja schließlich nicht alles wissen. ;-) Nach längerem Überlegen und intensiver Beratung entscheiden wir uns schließlich für den Pannfisch. Und der Kellner hat nicht gelogen, als er meinte: Das schmeckt superlecker!! Hier verbringen wir einen richtig tollen Abend mit netten Gesprächen und gutem Essen und machen uns um halb 22 Uhr nur widerwillig wieder auf den Rückweg; aber schließlich wartet die Nacht-Hafenrundfahrt auf uns.

Davon hab’ ich heute auf unserem Spaziergang am Hafen ein tolles Plakat gesehen und das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Wir kaufen uns die Tickets (12 € pro Person – nicht auf die Hamburg-Card anrechenbar) und steigen in ein kleines Boot, welches direkt am Bug der "Rickmer Rickmers" steht. Ein tolles Bild: Wir so klein und der Segler so riesig! Gut zehn Minuten müssen wir noch warten, doch dann geht die Fahrt los. Im Hintergrund gibt es ein großes Feuerwerk; wunderschön. Doch leider kann ich keine Fotos davon machen – das Boot wackelt einfach zu stark. Schade. Aber wir genießen diesen romantischen Augenblick in vollen Zügen.

Mit dem Boot geht es schließlich durch alle kleinen Kanäle der Hafenstadt. Normalerweise meint man ja, Venedig hätte die meisten Brücken und Kanäle. Doch das stimmt nicht! Hamburg hat ungefähr dreimal so viel zu bieten. Aber natürlich unter einem ganz anderen Flair. ;-)

Bei Nacht wirkt die Speicherstadt besonders einladend - aber auch sehr mysteriös. Immer wieder schlängeln sich die Schatten an den Häuserwänden entlang und laut dem Kapitän wurden hier schon mehrere Krimis gedreht – die perfekte Kulisse eben. Die einzelnen Gebäude werden immer wieder angestrahlt, man kann die Lieferzonen erkennen und die Wasserstände an den Fassaden ablesen.

Nach gut eineinhalb Stunden ist die Fahrt leider schon wieder vorbei. Wir sind wie erschlagen – von der Schönheit der Speicherstadt, aber auch von der langsamen Redensweise des Kapitäns. Zwar waren seine Erzählungen sehr interessant; aber auch sehr ermüdend ...

Ursprünglich war für heute noch der Besuch auf der Reeperbahn geplant. Aber durch unsere Müdigkeit und auch dadurch, dass sich hier heute vermutlich die Besucher des Christopher Street Days durchdrängeln, verlegen wir das ganze lieber auf den nächsten Tag und machen uns langsam auf den Rückweg zum Hotel, wo wir schließlich hundemüde ins Bett fallen ...

2. Tag: Fischmarkt - Musical - Reeperbahn


Ein langer Tag steht uns bevor!
Bereits um 6 Uhr Früh klingelt mein Wecker. Heute steht der Hamburger Fischmarkt auf dem Programm und lt. Reiseführer sollte man relativ frühzeitig dort erscheinen, um wenigstens noch ein bisschen Flair mitzubekommen. So hilft also alles nichts und wir machen uns gegen dreiviertel 7 Uhr auf den Weg zum Hauptbahnhof, um von dort aus mit der U-Bahn zu den Landungsbrücken zu fahren. Im Moment sind wir noch zu Dritt. Alfons "schwächelt" ein bisschen und lässt uns alleine losziehen; er will sich lieber noch ein wenig ausschlafen. Aber immerhin ist er auch der einzige unter uns, der den Fischmarkt vor Jahren schon einmal besucht hat.

Scheinbar sind wir nicht die einzigen, die die Idee hatten. Ganze Menschenmassen strömen dorthin und mir schwant übles. Nach ein paar Schritten kommen wir schließlich an und uns erwartet fast eine Art "Volksfest" – so voll ist es hier.

Auf dem 1730 eingerichteten Altonaer Fischmarkt wurde ursprünglich tatsächlich nur Fisch verkauft. Heute ist hier alles zu haben: Lebensmittel, Pflanzen, Antiquitäten und Kitsch. Hier trifft sich alles: Touristen, nächtliche Szenegänger auf dem Weg nach Hause sowie Hausfrauen und Wirte etc.

Ganz am Anfang des Markes gelangen wir zunächst in den Kleidungs- und Kruschmarkt und sind schon ein wenig enttäuscht. Doch etwas weiter hinten beginnen schließlich doch noch die "Ursprungsstände" und auch ein paar Marktschreier kann man hören. Allerdings hatte ich mir diesbezüglich etwas mehr erwartet. Nur hin und wieder überbieten sich die Verkäufer mit ihren Waren und schreien sich die Seele aus dem Leib. Besonders lustig sind die hitzigen Bemerkungen von „Aal-Trude“ zu "Hering-Max". Selbst persönliche Beleidigungen sind hier völlig normal. ;-) Ich stehe vor den Auslagen und bekomme den Mund kaum mehr zu. So viel leckerer Fisch ... zu so günstigen Preisen. Aber wir können ja leider nichts mit nach Hause nehmen. :-(

Nahtlos gehen die Fischsstände in Obst- und Gemüsestände über und es ist schon erstaunlich, zu welch günstigen Preisen hier die Ware feilgeboten wird: 1 € für eine ganze Melone oder 1,50 € für einen Kilo Erdbeeren. Wer soll das bloß essen?

Mächtig sind auch die unzähligen Blumen im hinteren Teil des Marktes. Palmen, Bäumchen und was weiß ich nicht alles – fast geschenkt. Ich bin mir sicher: Würde ich hier wohnen, dann wäre ich wohl jede Woche kräftig am Einkaufen. :-) Dieser Teil des Marktes ist besonders schön, da er sich inmitten kleiner Backsteinhäuser befindet und man immer wieder in kleine Gassen hineingucken kann. Das hat was!

Mitten auf dem Fischmarkt behauptet sich die Altonaer Fischauktionshalle, welche Ende des 19. Jahrhunderts Hauptanlegeplatz der dt. Fischereiflotte war. Das Eiskelett-Gebäude, verkleidet mit Backstein, wurde zwischen 1895 und 1996 errichtet und von 1982 bis 1984 vollständig restauriert. Natürlich wagen auch wir einen Blick in diese Halle und sind erstaunt, was daraus gemacht wurde: Ganz vorne spielt eine Rockband (im übrigen sehr gut!!) und drumherum gibt es Essen, Trinken und genügend Sitzplätze. Auf der oberen Plattform kann man Frühstücken bzw. Brunchen (zu sehr günstigen Preisen) und hat zudem noch eine tolle musikalische Unterhaltung. Jeden Sonntag ab 4 Uhr Früh fangen hier die Veranstaltungen an. Genau in der Übergangszeit von Weggehen und Besuch des Fischmarkts. Hier können die Nachtschwärmer gleich durchmachen. ;-)

Im hintersten Teil des Marktes stoßen wir schließlich noch auf einen Viehmarkt und mir wird das Herz schwer, als ich die vielen Hasen, Meerschweinchen, Gänse, Hühner etc. sehe. Am liebsten würde ich sie ja alle mitnehmen. Zum Glück werden sie einigermaßen gut behandelt und tatsächlich nur zu Zuchtzwecken verkauft. Doch ich möchte nicht wissen, was die letztendlichen Besitzer mit ihnen machen ... Die Tiere sind soo süß und soo arm.

Gut zwei bis zweieinhalb Stunden halten wir uns hier auf dem Fischmarkt auf, ohne etwas doppelt gesehen zu haben. Das Gelände ist riesig! Stellenweise kommen uns Hamburger entgegen, die mit Wagenkarren durch die Straßen fahren; wohl mit dem Vorhaben, einen ganzen Monatsvorrat einzukaufen. ;-)

Nun aber bekommen wir langsam Hunger und da wir um 10 Uhr Früh noch nicht wirklich eine Fischsemmel zu uns nehmen wollen, entscheiden wir uns, zum Frühstücken in Richtung Rathaus zu fahren. Hier auf dem Rathausplatz ist überhaupt nichts los. Wo sind nur die vielen Einwohner hin??

Das Rathaus wurde zwischen 1886 und 1897 als sechstes Hamburger Rathaus im Stil der Neorenaissance errichtet. Mit der Errichtung des Rathauses verschob sich das Zentrum der Stadt von der Elbe an die Binnenalster. Heute ist es Sitz des Hamburger Senats (Landesregierung) und Tagungsstätte des Landesparlaments. Besonders beeindruckend ist das strahlendgrüne Kupferdach. Der ganz in Granit und Sandstein gearbeitete Bau ist mit einer 111 m breiten Fassade und einem 112 m hohen Mittelturm symmetrisch angelegt. Interessant ist der Figurenschmuck. Darstellungen der 20 deutschen Kaiser findet man in den Nischen zwischen den Fenstern am Hauptgeschoss vor. Interessant und aufwändig gearbeitet, jedoch nicht unbedingt prunkvoll, sind die Innenräume des Rathauses, wie der Festsaal, die Ratsstube und vieles mehr.

Mir persönlich gefällt der Platz vor dem Rathaus sehr gut. Besonders astreiche Bäume und tolle Laternen zieren den Markt. In der Mitte befinden sich kleine Souvenirstände, schön in kleinen Arkadengängen integriert.

Wir spazieren am Rathaus vorbei und gelangen zu den Alsterarkaden. Hier waren wir am Vortag schon einmal, doch hat es zu diesem Zeitpunkt ziemlich geregnet. Nun scheint die Sonne, doch der Himmel ist schwarz, und wir spazieren ein wenig durch die Gänge. Erst durch diese Alsterarkaden gewinnt der Rathausmarkt an Charme, schlichte weiße Häuser mit historischen Putzfassaden und vorgesetzten Bodengängen reihen sich entlang der Alster. Einladend wirken die vielen kleinen Tische, von wo aus man eine tolle Sicht auf die umliegenden Häuser hat.

In dieser Ladenpassage sind Waren für den größeren Geldbeutel zu finden: Marken wie Gucchi, Armani, Boss und noch vieles mehr kann man hier erstehen. Aber auch teure Antikmöbel und feinste Schokolade.

Nun macht sich unser Hunger aber wirklich bemerkbar und wir gehen in ein angrenzendes nettes Café in den Alsterarkaden. Hier gibt’s erst einmal ein gutes französisches Frühstück und wir besprechen den weiteren Tagesablauf. Wenig später stößt unser viertes Mitglied wieder zu uns ... frisch ausgeruht und fit für den Tag. ;-)

Da nun wieder die Sonne scheint, machen wir uns auf den Weg vor zum Jungfernstieg. Hier heißt das Motto: Sehen und gesehen werden. Der Jungfernstieg ist eine der ersten Adressen der Hansestadt. Direkt an der Binnenalster gelegen, bietet der Boulevard wunderschöne Aussichten und reines Shopping-Vergnügen.

Viele bekannte und schöne Kontorhäuser zieren den Jungfernstieg, wie z. B. das Warenhaus Alsterhaus (vergleichbar mit dem KaDeWe in Berlin), das Hotel "Hamburger Hof", das 1903 errichtete Heine-Haus und vieles mehr. Bereits seit September 2004 wird der Stieg umgebaut. Entstehen soll ein größerer Fußgängerbereich sowie ein Boulevard auf der Wasserseite und ein paar weitere kleine Änderungen.

Am Alsterpavillon legen die Alsterschiffe zu ihrer Fahrt durch die Fleete und Kanäle ab. V. a. im Sommer vermittelt der Pavillon ein südländisches Flair, der sich zwischen Palmen und Blumenkästen in unmittelbarer Nähe des Anlegers befindet. Direkt daneben befindet sich das wunderschöne Lokal "ALEX" mit herrlicher Terrasse und schönem Blick auf die Binnenalster.

Da ich mir heute noch einmal einen Teil der Villen genauer ansehen möchte (am Vortag fuhren wir ja nur daran vorbei), gucken wir nach einer Fähre rüber auf die andere Seite. Doch die für uns richtige kommt erst in einer Viertelstunde, weshalb wir noch ein wenig spazieren gehen und schließlich am Gänsemarkt ankommen. Dieser Verkehrsknotenpunkt wird gesäumt von Kontorhäusern, welche alle aus der Zeit nach dem Stadtbrand von 1842 stammen. In diesen Gebäuden befinden sich zahlreiche Geschäfte und Lokale. In der Fußgängerzone des Gänsemarkts entdecken wir ein riesiges Lessing-Denkmal, welches erhaben über dem Platz thront.

Nun wird es jedoch wieder Zeit und wir gehen zurück zur Binnenalster. Und schon kommt das Schiff. Wir steigen ein, fahren zwei Haltestellen und haben dabei immer wieder einen schönen Ausblick auf Teile der Stadt.

Im Villenviertel spazieren wir entlang der prachtvollen Gebäude und gelangen schließlich zu einer islamischen Moschee. Die ist ziemlich kitschig (in türkis-gelb gestrichen), aber trotzdem will ich sie mir mal genauer ansehen. Begeistert bin ich jedoch nicht; viel ist nicht da drin zu finden. ;-)

Wir schlendern weiter, entdecken einige Läufer (es findet wohl gerade ein Marathon-Lauf statt) und gelangen in einen weitläufigen Park, von wo aus man schöne Ausblicke auf die Stadt und ihre Kirchen hat. Hier kommt meine Kamera wieder voll in Einsatz; mit den Seglern und den tollen Ausblicken werden gleich wieder Unmengen an Fotos gemacht.

Von hier aus geht’s schließlich langsam zu Fuß zurück in die Stadt. Ein weiter Weg; aber das Wetter ist schön und wir haben ja Zeit. Zudem sieht man zu Fuß eben doch immer noch am meisten von der Stadt. Es geht vorbei an der Kennedybrücke vor zum Kempinski Hotel Atlantic und wieder zurück an die Binnenalster. Hier entdecken wir ein weiteres Luxus-Hotel: Raffles Vier Jahreszeiten, die Top-Adresse für Prominente.

Gut zwei Stunden waren wir nun unterwegs; jetzt haben wir erneut Hunger. Beim McDonalds nehmen wir eine Kleinigkeit zu uns, bevor wir uns unter heftigen Regenschauern auf den Weg ins Hotel machen. Eine kurze Pause ist angesagt. Da für heute Abend noch so viel geplant ist, brauchen wir jetzt einfach eine Auszeit.

Nach zwei Stunden des Entspannens geht’s schon wieder los; heute steht das Musical "König der Löwen" auf dem Programm und vorher wollen wir noch zu Abend essen. Dieses Mal entscheiden wir uns für ein Lokal direkt am Hauptbahnhof und haben damit voll ins Schwarze getroffen. ;-) Die Angestellten des Italieners sind sich alle nicht ganz einig, weswegen es lautstarke Wortgefechte gibt und sich unser Aufenthalt schon langsam zu einem kleinen Abenteuer entwickelt. Schließlich verschwinden alle hinter einen dunklen Tür – und unsere Phantasien spielen verrückt.

Gut gestärkt und v. a. auch gut unterhalten (alle Angestellten sind nach kurzer Zeit doch wieder aufgetaucht) geht’s mit der U-Bahn zu den Landungsbrücken und von dort aus zu Fuß zur Anlegestelle der König-der-Löwen-Fähren. Das Theater befindet sich inmitten des Hafens uns kann nur mit einem Boot erreicht werden.

Wir sind natürlich nicht die einzigen Theatergäste, doch kommen wir relativ schnell auf’s Schiff. In der Musicalhalle kaufe ich mir gleich einmal ein Programmheft und ein paar Postkarten, denn später kommt man sicherlich nur noch schwer dazu. Und schon wird aufgerufen, sich zu den Plätzen zu begeben. Toni hat die Karten mal wieder perfekt ausgesucht!! Wir sitzen fast ganz oben und direkt in der Mitte – mit einem tollen Blick auf die Bühne. Von hier aus können wir wirklich alles erkennen. Grandios!! :-)

Wenige Minuten später geht’s auch schon los – der Vorhang geht auf – die Show beginnt. Von der ersten bis zur letzten Sekunde sollen wir eines der schönsten Bühnenspektakel überhaupt erleben. Wir wagen es gar nicht, uns zu rühren – so gebannt sind wir. Schon der Anfang des Stücks ruft Gänsehaut hervor. Alle Tiere der Wüste kommen zusammen, um Simba, den Sohn des Löwenkönigs Mufasa, auf der Welt Willkommen zu heißen. Das heißt: Giraffen, Elefanten, Nilpferde, Antilopen und vieles mehr kommen auf die Bühne; alle von Menschen verkörpert.

Die kleine Pause zwischendurch stört ein wenig; war man doch so gefangen von der Geschichte des Löwenkönigs. Doch danach ist man schnell wieder drin ... Die Lieder sind traumhaft schön, die Bühnenbilder aufwändig gestaltet ... Ein großartiges Musical. Wer Näheres darüber erfahren möchte (ausführliche Story und persönliche Bewertung sowie Daten und Fakten zum Musical), der klickt bitte hier.

Nach etwa Stunden ist das Stück leider schon wieder zuende und nachdem sich der Vorhang gesenkt hat, sitzen wir noch gut eine Viertelstunde in den Stühlen und philosophieren über das Musical. Jeder erzählt von seinen Eindrücken und was ihm am besten gefallen hat. Wir alle könnten es uns glatt noch einmal ansehen.

Nachdem ein Großteil des Publikums den Saal schon verlassen hat, machen auch wir uns auf den Weg zur Fähre. Zwischendrin laufen uns immer wieder ein paar Darsteller über den Weg. Leider wissen wir nicht, welche Figur sie verkörpert haben und fragen trau’ ich mich auch nicht ... ;-)

Wieder auf der anderen Seite des Hafens und immer noch über das Musical beratschlagend, machen wir uns zu Fuß auf den Weg zur Reeperbahn. Heute sind wir fit genug, um uns diesen Stadtteil näher anzusehen. Doch wie kommt man von hier aus am schnellsten hin? Egal – wir gehen einfach mal drauf los. Mit ein wenig Verlaufen gelangen wir schließlich auch direkt zur Reeperbahn. Leider ist heute – sonntags – jedoch nicht besonders viel los. Schade. Daran hatten wir gar nicht gedacht.

Auf gut 600 m Länge erstreckt sich die wohl bekannteste Amüsiermeile, die ihren Namen nach dem Gelände der Reepschläger trägt. Einst verrufen, ist die Reeperbahn tatsächlich aber eine der sichersten Straßen der Stadt, da die Polizei und in erster Linie auch das "Mileu" schon dafür sorgen, dass den Besuchern nichts geschieht.

Unser Spaziergang beginnt am St. Pauli Theater, wo schon seit ein paar Monaten das Musical „Mamma Mia“ aufgeführt wird. Vorher erlange "Cats" hier an Weltruhm. Direkt daneben befindet sich das Panoptikum, ein kleines Wachsfigurenkabinett, welches wir uns eigentlich ansehen wollten, uns aber davon abgeraten wurde. Angeblich soll es ziemlich schlecht sein. Ebenfalls in dieser Ecke befindet sich die Davidwache, das berühmteste Polizeirevier Deutschlands (Großstadtrevier). Zum Leidwesen der Polizisten kommen tagtäglich die Besucher bei ihnen vorbei, nur um einmal kurz "Hallo" zu sagen. Wir machen nur schnell ein Foto davon; ich würde niemals auf die Idee kommen, einfach reinzuspazieren.

Nach ein paar Minuten gelangen wir schließlich ins Herz der Reeperbahn und finden uns zwischen Automatenhallen, Video-Peepshows und Stimmungslokalen wieder. Lustig sind die Auslagen des Ladens "Condomerie", etwas unheimlich die Sprüche des Türstehers des angrenzenden Clubs. Das müssen wir uns wirklich nicht anhören und gehen sofort wieder weiter. Wir entdecken eines der bekanntesten Lokale, das "Paschas" und sind etwas schockiert über die Preise: Ein 0,33 l Bier kostet hier doch glatt "nur" 25,00 €. Ein absolutes Schnäppchen! – Schade, dass es noch nicht geöffnet hat ... ;-))

Da Sabine und ich heute besonders neugierig sind, begeben wir uns in Richtung der berühmt-berüchtigten Herbertstraße, die ein klein wenig versteckt liegt. Schließlich wollen wir das auch einmal gesehen haben! Direkt in diese Straße dürfen Frauen leider nicht. Versuchen sie’s, werden sie von den Zuhältern oder eben den leichten Damen mit Wasser überschüttet. Doch schon vor diesem Bereich treffen wir auf gut 30 Mädels, die in einem Abstand von 5 m voneinander entfernt stehen. Ich bin schockiert: So junge und hübsche Mädels – und dann dieser "Job". Ich werde es wohl nie verstehen ...

Leider ist in den Lokalen heute nicht viel los und dies wird sich vermutlich auch nicht mehr ändern, so dass wir uns gegen Mitternacht wieder auf dem Weg ins Hotel machen. Noch gar nicht müde, wollen wir noch auf einen Absacker an die Hotelbar, doch die hat "eigentlich" schon geschlossen. Auf Nachfrage anderer Gäste hin wird sie extra für uns noch einmal geöffnet. Das war jedoch eindeutig die falsche Entscheidung des Nachtportiers: Denn nach gut einer Viertelstunde ist die Bude voll und ihn soll der Stress seines Lebens erwarten. Ich bewundere seine Gelassenheit und dass er trotz der z. T. recht unfreundlichen Gäste seine Form wahrt. Heutzutage ist so etwas schon eine Seltenheit.

Nach ein paar sehr unterhaltsamen Stunden werden wir jedoch langsam müde und da morgen doch noch einiges auf dem Plan steht, begeben wir uns auch langsam auf’s Zimmer.

3. Tag: Speicherstadt - Miniaturland - Heimreise


Heute ausnahmsweise mal etwas später – erst gegen 9 Uhr – machen wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Wir frühstücken im Lokal "ALEX", direkt an der Binnenalster. Dieses In-Lokal stach uns gestern schon ins Auge und da sie dort ein richtig dolles Frühstücks-Büffet anbieten, müssen wir auch gar nicht lange überlegen. ;-)

Zwei Stunden halten wir uns hier auf und schlagen uns den Bauch voll; bevor wir uns schließlich zu Fuß wieder auf den Weg Richtung Speicherstadt machen. Da wir wohl etwas verwirrt erscheinen (wir kennen den Weg nicht und finden ihn auch nicht auf Anhieb auf dem Stadtplan), kommt sofort ein Hamburger auf uns zu und erklärt uns gleich vier verschiedene Wege zu dem gewünschten Ziel. Darüber hab’ ich mich echt total gefreut. Die Hamburger sind schon nette Leute!!

In der Speicherstadt angelangt – inzwischen ist es richtig warm geworden und die Sonne strahlt vom Himmel (fünf Minuten vorher gab’s heftigen Regenschauer) – erwarten uns tolle Ausblicke auf die Kanäle und einen Teil der Stadt.

Die Speicherstadt ist eine der eindrucksvollsten Denkmal-Landschafen Hamburgs. In dem von Fleeten durchzogenen Gebiet lagern Gewürze, Teppiche, Kaffee und viele moderne Geräte. Die Speicherstadt entstand Ende des 19. Jahrhunderts auf der Brookinsel südlich des Zollkanals. Damals war sie der größte zusammenhängende Lagerhauskomplex der Welt. Anlass für diesen Bau war der Anschluss Hamburgs an das Zollinland des Deutschen Reiches 1888. Die Speicherstadt besteht aus 17 sieben- bis achtstöckigen Lagerhäusern (Backsteingotik); mit einer Gesamtfläche von über 330.000 qm. Noch immer bieten die dicken und frostsicheren Wände wegen geringer Temperaturschwankungen ideale Speicherbedingungen. Heute beherbergen die Lagergebäude eine Menge an Museen und Ausstellungen, manche Räume werden nach wie vor als Speicher genutzt und andere wiederum stellen Wohnhäuser dar. Beim Vorgehen können wir gerade bei einer Anlieferung zusehen. Irgendwie erinnert es an die Zeit des 19. Jahrhunderts. Jetzt fehlt nur noch der schwarz-weiße Blick ... ;-)

Wir schlendern auf den Brücken umher und entscheiden uns dann für den Besuch von Museen. Besonders interessant erscheint mir Spicey’s Gewürzmuseum, doch als wir dort ankommen, ist es leider geschlossen. :-( Schade. Ich hatte mich so darauf gefreut. Über 50 Gewürze werden hier in Originalgebinden vorgestellt, können angefasst und probiert werden. Auch, wenn wir nicht ins Museums können – schon allein das Innere dieses Backsteinhauses ist beeindruckend. Eisengestänge fixieren die Wände und das Dach und kleine, unebene Treppen führen zu den einzelnen Räumen. Ich hoffe, dass diese Gebäude immer so bleiben und nicht restauriert werden wird, denn das Flair hier ist unbeschreiblich schön und eben typisch Hamburg!!

Rund um das Gewürzmuseum gibt es noch zwei weitere – ebenfalls interessante – Museen, wie z. B. das Speicherstadtmuseum, in dem auf die Geschichte und typische Handelsgüter der Speicherstadt eingegangen wird. Im Deutschen Zollmuseum wird über die originellsten Verstecke von Schmugglerware aufgeklärt. Ob in hohlen Golfbällen oder in Broten – nichts ist unmöglich!

Wir begeben uns wieder in den vorderen Teil der Speicherstadt und entscheiden uns für den Besuch des Miniaturwunderlandes Hamburg. Sabine, die damit nicht besonders viel anfangen kann, geht lieber in das "Hamburg Dungeon", eine lebendige Geisterbahn, die die Geschichte Hamburgs auf gruselige Art und Weise erzählt. Sabine ist total begeistert davon: Auf einem Rundgang kann man das Innere eines Pest-Krankenhauses besichtigen, befindet sich wenig später auf dem Schiff des berühmt-berüchtigten Kapitäns Störtebecker und lernt viele arme Leute aus der Zeit des 18. und 19. Jahrhunderts kennen. Gut eineinhalb Stunden dauert diese Führung – mit vielen Schreckmomenten gespickt.

Mich würde dieses Spektakel schon auch interessieren, aber da wir nicht mehr so viel Zeit haben und mich das Wunderland doch noch um einen Tick mehr interessiert, begeben wir Drei uns eben dorthin. 25 Minuten müssen wir warten, bis wir in die Räume dürfen, doch die Wartezeit wird uns mit kostenlosen Getränken, Bonbons, einer Zeitung und vielem mehr versüßt und verkürzt. Ein netter Service!! :-)

Die Modelleisenbahn ist ein echter Besuchermagnet, schließlich bekommen die Gäste hier auf gut 1000 qm eine immer wachsende Modelleisenbahn der Superlative zu sehen: 550 Züge, Hunderte Autos und Abertausende kleiner Figürchen beleben die Straßen der nachgebauten Städte und Länder.

Endlich im Inneren angekommen, staunen wir über die Perfektion dieser Anlage. In mehreren Räumen sind div. Teilbereiche ausgestellt, wie z. B. Süddeutschland, die USA und vieles mehr. Der skandinavische Bereich ist noch nicht ganz fertig, wird aber noch in diesem Jahr fertig gestellt werden. Wir schlendern von Anlage zu Anlage und entdecken viele bekannte Gebäude und Landschaftsbilder. V. a. die USA ist total interessant mit der Casino-Stadt Las Vegas, den Inseln von Key West und der gigantischen Stadt Miami. Ebenfalls beeindruckend ist die Darstellung von Hamburg – alles in Miniaturformat; und doch so detailgetreu.

Überall hört man Geräusche: Hier ist ein Autounfall passiert, dort drüben brennt ein Haus und ganz hinten hebt grad ein Hubschrauber ab. Besonders für kleine Kinder ist der Besuch des Miniaturwunderlandes ein großes Erlebnis, denn man kann überall drücken und drehen – und schon bewegt sich was! Ebenfalls beeindruckend ist die Darstellung von Tag und Nacht. Jede Viertelstunde bricht die Nacht herein über die Landschaften, die Lichter gehen an und die gesamte Anlage erstrahlt in neuem Glanz.

Besonders interessant sind hier natürlich die vielen Kleinigkeiten, die man aber nur dann sieht, wenn man die gesamte Anlage genauestens betrachtet. So z. B. die Badegäste im kleinen Weiher, die Bergung einer Wasserleiche oder die Invasion von Außerirdischen ...

Etwas abseits der Anlagen gelangen wir schließlich in die Werkstatt des Miniaturwunderlandes. Hier kann man den Künstlern über die Schulter gucken und erkennen, welche Fieselarbeit das doch ist. Einer ist grad mit der Gestaltung eines chinesischen Tempels beschäftigt ... in diesem Stadium sieht es noch nach einer wochenlangen Arbeit aus!!

Neugierig wie wir sind – und auch, weil es ja schließlich geöffnet hat – begeben wir uns in den skandinavischen Bereich, der gerade in Arbeit ist. Hier kann man mal die Grundzüge einer solchen Anlage erkennen. Auf kleinen Täfelchen können wir nachlesen, was es hier in gut einem halben Jahr zu sehen geben wird ... auch hier steckt noch viel Arbeit dahinter!! Und das Highlight dieser Anlage: Hier wird echtes Wasser durchgepumpt werden; bisher wurde das Wasser hier nur durch blaue Glasplatten dargestellt.

Gut zwei bis zweieinhalb Stunden verbringen wir hier und haben dennoch nicht alles gesehen. Man müsste sich schon mindestens einen ganzen Tag Zeit nehmen, wenn man alle Kleinigkeiten erkennen will. Doch wir wollen Sabine nicht länger warten lassen und begeben uns zum Treffpunkt.

Auf jeden Fall freuen wir uns, dass wir uns diese Ausstellung angesehen haben. Uns wurde wirklich nicht zu viel versprochen. Jeder Hamburg-Besucher solle sich hierfür Zeit nehmen; und wenn’s nur eine Stunde ist. Der Eintritt von 9 € ist wirklich nicht hoch, wenn man bedenkt, was einem hier geboten wird.

Wir treffen schließlich auf Sabine, tauschen unsere Erlebnisse aus und begeben uns wieder in Richtung Innenstadt. Auf dem Weg dorthin kehren wir in einem kleinen Café ein; für den kleinen Hunger zwischendurch.

Wir schlendern unter schönstem Wetter weiter bis zum St. Nikolai Kirchturm. Der 147 m hohe rußgeschwärzte Turm sticht schon von weitem ins Auge. Während das Kirchenschiff unter einem Bombenhagel total zerstört wurde, hat der Turm sozusagen "überlebt". Hinter dem Turm erhebt sich ein kleinern Gedenkplatz mit einem Plakat vom Bildnis der noch kompletten Kirche.

Nach wenigen Minuten gelangen wir zur Börse, die sich hinterhalb des Rathauses befindet. Sie ist die älteste Börse Nordeuropas, im Innenhof steht ein herrlicher Brunnen und es ergeben sich tolle Motive für die Kamera.

Wir schlendern weiter und gelangen auf die Mönckebergstraße, die Shopping-Meile Hamburgs. Hier bummeln wir ein wenig durch die Läden, kaufen noch bisserl was ein und erreichen anschließend den Hauptbahnhof, in dessen unmittelbarer Nähe sich Deutschlands größter SATURN befindet. Die Männer sind nicht mehr zu halten und selbst ich staune über die Vielzahl der hier angebotenen Waren.

Inzwischen ist es Abend geworden. Wir holen unser Gepäck aus dem Hotel und fahren mit dem Shuttle-Bus zum Flughafen. Hier schlendern wir nach dem Einchecken noch ein wenig durch die (teuren) Einkaufspassagen, essen noch eine Kleinigkeit, bis schließlich um ca. 20 Uhr unser Flug nach Stuttgart aufgerufen wird.

Auf dem Heimweg lasse ich unseren Kurztrip in Gedanken noch einmal Revue passieren und freue mich, dass wir so viel von Hamburg gesehen und so viel Schönes erlebt haben.

Hamburg hat mich wirklich nachhaltig beeindruckt. Ich hatte mir die Stadt zwar schon immer schön vorgestellt, doch trotz allem erwartete ich hier Verkehrschaos, Lärm, Stress und was man eben so mit Großstädten verbindet. Doch das alles traf hier nicht zu. Verkehrstechnisch gesehen war hier z. T. viel weniger los als in unserer Provinzstadt Rosenheim und Stress kennen die Hamburger wohl auch nicht wirklich. Zumindest ließen es alle ganz ruhig angehen. ;-) Hamburg ist für mich auf jeden Fall keine typische Großstadt, sondern wirklich etwas ganz Besonderes!! Und ein erneuter Besuch ist garantiert! :-)

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